Die Konsequenzen können akut, aber auch langfristig sein. Deswegen hat der Schutz vor Hitze, Sonne und Zecken im Freien hohe Priorität.
Häufige Gefahr: Sonnenstich und Überhitzung
Die Gefahren, die hier drohen, sind Kreislaufschwierigkeiten und Beeinträchtigungen des Gehirns. Sollte einer Ihrer Mitarbeiter:innen über ein Steifheitsgefühl im Nacken oder Übelkeit bzw. Kopf- oder Nackenschmerzen klagen, ist Handeln angesagt.
Auch die Kolleg:innen sollten über wirksame Erste-Hilfe-Massnahmen Bescheid wissen:
in den Schatten bringen
abkühlen (z. B. mit feuchten Tüchern)
bei Bedarf in stabiler Seitenlage lagern
darauf achten, dass der Kopf über der Herzlinie zu liegen kommt.
Bessert sich der Zustand nicht in kurzer Zeit, ist die Rettung zu alarmieren.
Häufig unterschätzt: Hitzeerschöpfung und Hitzschlag
Verliert der Körper zu viel Flüssigkeit, drohen ein geschwächter Kreislauf, Blutdruckabfall und ein Schockzustand. Sollten Kopfschmerzen, Kreislaufprobleme (Schwindel, Übelkeit), starke Schwitzanfälle, blasse und feuchte Haut, erhöhter Puls oder niedriger Blutdruck auftreten, sind Erste-Hilfe-Massnahmen zu treffen.
Hier ist höchste Vorsicht geboten und unverzüglich die Rettung zu verständigen. Wird der Körper mit Wasser übergossen, unbedingt den Kopf auslassen.
Gefahr mit Eigenverantwortung: Zecken
Impfungen sind immer freiwillig. Allerdings sollten Sie bei Ihren Mitarbeiter:innen nachfragen, ob Impfschutz besteht.
Insbesondere wenn keiner besteht, sollten alle Arbeitnehmer:innen, die vorwiegend im Freien arbeiten, sich täglich nach Dienstschluss nach angesaugten Zecken absuchen.
Die STOP-Regel bei Hitze
Das Prinzip kennen die meisten Arbeitsschutzverantwortlichen bereits: Die STOP-Regel gibt vor, welche Massnahmen in welcher Reihenfolge getroffen werden sollten. Sie ist auch bei der Einhaltung der Hitzeschutzverordnung hilfreich:
S – Substitution
Wo immer möglich: Arbeiten in den frühen Morgenstunden oder in schattige bzw. überdachte Bereiche verlagern.
T – Technische Massnahmen
Beschattung durch Sonnensegel, Überdachungen, Plane
Klimatisierung von Krankabinen und Kabinen selbstfahrender Arbeitsmittel (z. B. Erdbaumaschinen)
O – Organisatorische Massnahmen
Flexible Arbeitszeiten: Mittagshitze vermeiden
Zusätzliche Pausen im Schatten oder in gekühlten Räumen
Rotation bei besonders belastenden Tätigkeiten
Kommunikationskanal für Hitzewarnungen definieren
P – Persönliche Schutzmassnahmen
Sonnenschutzmittel zur Verfügung stellen (mindestens LSF 30)
Geeignete Schutzkleidung (leicht, atmungsaktiv, UV-Schutz)
Ausreichend Flüssigkeit: 2–3 Liter Wasser oder ungesüsster Tee; bei extremer Hitze und schwerer Arbeit bis 1 Liter pro Stunde
Absolutes Alkoholverbot
Sonnenschutz für die Augen: Sonnenbrille mit CE-Kennzeichnung und breiten Bügeln